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Wärmepumpen-Typen im Vergleich: welche passt zu Ihrem Haus?

Luft-Wasser, Sole-Wasser, Wasser-Wasser und Luft-Luft im direkten Vergleich: Kosten, Effizienz, Platzbedarf und klare Empfehlungen.

Redaktion Wärmepilot Veröffentlicht am 3. Juli 2026

Luft-Wasser-Wärmepumpen sind mit 27.000 bis 35.000 Euro die günstigste Lösung für eine vollständige Heizungserneuerung und eignen sich für die meisten Bestandsgebäude. Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen erreichen höhere Jahresarbeitszahlen, benötigen aber Bohrung oder Brunnen und mehr Budget. Luft-Luft- und Warmwasser-Systeme sind meist Ergänzungslösungen, keine vollständigen Heizungsersätze.

Master-Vergleich: alle Wärmepumpen-Typen auf einen Blick

Die folgende Tabelle stellt die fünf gängigen Wärmepumpen-Arten anhand der wichtigsten Entscheidungskriterien gegenüber. Sie ersetzt keine individuelle Heizlastberechnung, gibt aber eine erste Orientierung, welche Systeme für Ihre Situation überhaupt infrage kommen.

TypKosten installiertJAZ (realistisch)PlatzbedarfGenehmigungFörderungIdeal für
Luft-Wasser27.000 bis 35.000 Euro3,0 bis 4,5Außengerät plus AbstandsflächeMeist keine, Abstandsregeln beachtenKfW 458, voller Fördersatz möglichDie meisten Bestands- und Neubauten
Sole-Wasser (Erdwärme)35.000 bis 45.000 Euro inkl. Erschließung4,0 bis 5,0Bohrung oder große KollektorflächeWasserrechtliche Erlaubnis für BohrungKfW 458 plus Effizienzbonus möglichAusreichend Grundstück, Neubau oder größere Sanierung
Wasser-Wasser (Grundwasser)30.000 bis 45.000 Euro inkl. Brunnen4,5 bis 5,5Förder- und SchluckbrunnenWasserrechtliche Genehmigung PflichtKfW 458 plus Effizienzbonus möglichGrundstücke mit guter, geprüfter Grundwasserführung
Luft-Luft (Split-Klima)2.000 bis 15.000 Euro je nach RaumzahlHerstellerabhängig, meist als Ergänzung betrachtetInnen- und Außeneinheit pro RaumMeist keine, ggf. Denkmalschutz prüfenNur unter engen Voraussetzungen förderfähigEinzelraum-Ergänzung, gut gedämmte Wohnungen
Warmwasser-Wärmepumpe1.500 bis 4.500 EuroEigene Kennzahl, keine klassische Heizungs-JAZKeller oder HauswirtschaftsraumMeist keineEigene, meist niedrigere FördersätzeErgänzung zur bestehenden Heizung, PV-Eigenverbrauch

Nutzen Sie unseren Wärmepumpen-Kostenrechner, um die Kosten für Ihr konkretes Gebäude einzuschätzen, und den Förderrechner, um den für Sie realistischen Fördersatz zu prüfen.

Wichtig für die Einordnung der Tabelle: Die Spalte JAZ zeigt realistische Bandbreiten für ein durchschnittlich saniertes Bestandsgebäude, keine Bestwerte aus Prospekten. Ihre tatsächliche Jahresarbeitszahl hängt zusätzlich von Dämmstandard, Vorlauftemperatur und der Qualität der Installation ab, unabhängig davon, für welchen Typ Sie sich entscheiden. Die Kostenangaben verstehen sich jeweils inklusive Material und Installation, ohne größere Umfeldmaßnahmen wie einen kompletten Heizkörpertausch.

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe entzieht der Außenluft Wärme und gibt sie über das Heizsystem an das Gebäude ab. Sie ist mit Abstand die am häufigsten verbaute Wärmepumpen-Art in Deutschland, da sie ohne Bohrung oder Brunnen auskommt und sich sowohl im Neubau als auch im Bestand einsetzen lässt.

Vorteile:

  • Geringste Investitionskosten unter den Heizungs-Wärmepumpen
  • Keine aufwendige Erschließung, meist innerhalb weniger Wochen installierbar
  • Volle Förderfähigkeit über die KfW-Heizungsförderung

Nachteile:

  • Effizienz sinkt bei sehr niedrigen Außentemperaturen leicht
  • Außengerät verursacht Betriebsgeräusche, Abstandsregeln zu beachten
  • JAZ im unsanierten Altbau mit hohen Vorlauftemperaturen niedriger als bei erdgekoppelten Systemen

Ausführliche Informationen zu Technik, Kosten und Eignung finden Sie in unserem Pillar-Artikel zur Luft-Wasser-Wärmepumpe.

In der Praxis ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe deshalb häufig die Standardlösung, wenn ein Fachbetrieb ein Gebäude ohne besondere Grundstücksvoraussetzungen prüft. Sie lässt sich zudem gut mit einer Photovoltaikanlage kombinieren, da tagsüber erzeugter Solarstrom direkt für den Betrieb genutzt werden kann, sofern die Regelung das unterstützt.

Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme)

Sole-Wasser-Wärmepumpen nutzen die im Erdreich gespeicherte Wärme, entweder über eine Tiefenbohrung oder einen großflächig verlegten Flächenkollektor. Da die Erdreichtemperatur über das Jahr deutlich stabiler bleibt als die Außenluft, arbeiten diese Systeme meist mit höherer und gleichmäßigerer Effizienz.

Vorteile:

  • Höhere und stabilere Jahresarbeitszahl als Luft-Wasser-Systeme
  • Kein Außengerät, dadurch praktisch keine Betriebsgeräusche am Gebäude
  • Qualifiziert häufig für den Effizienzbonus in der Förderung

Nachteile:

  • Deutlich höhere Anschaffungskosten durch Bohrung oder Kollektorfläche
  • Wasserrechtliche Genehmigung für die Bohrung erforderlich
  • Ausreichend Grundstücksfläche oder geeigneter Baugrund nötig

Wer über ein größeres Grundstück verfügt und die Mehrkosten für die Erschließung einplanen kann, findet in der Sole-Wasser-Wärmepumpe eine besonders effiziente Lösung. Für kleine Grundstücke in dichter Bebauung ist sie meist keine praktikable Option.

Bei der Wahl zwischen Tiefenbohrung und Flächenkollektor entscheidet meist die verfügbare Grundstücksfläche: Ein Kollektor benötigt in etwa die ein- bis eineinhalbfache Fläche der beheizten Wohnfläche und darf danach nicht mehr überbaut werden, während eine Bohrung deutlich weniger Platz braucht, dafür aber höhere Bohrkosten verursacht. Lassen Sie sich beide Varianten im Angebot gegenüberstellen, bevor Sie sich festlegen.

Wasser-Wasser-Wärmepumpe (Grundwasser)

Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe nutzt Grundwasser als Wärmequelle, das über einen Förderbrunnen entnommen und über einen Schluckbrunnen wieder zurückgeführt wird. Grundwasser hat über das Jahr eine nahezu konstante Temperatur von rund 10 Grad, was diese Systeme zu den effizientesten unter den Wärmepumpen-Typen macht.

Vorteile:

  • Höchste realistische Jahresarbeitszahl aller Wärmepumpen-Typen
  • Sehr stabile Effizienz, unabhängig von Außentemperatur und Jahreszeit
  • Qualifiziert für den Effizienzbonus bei natürlicher Wärmequelle

Nachteile:

  • Genehmigungspflichtig, abhängig von lokaler Wasserbehörde und Grundwasserqualität
  • Nicht überall verfügbar, da ausreichende Wassermenge und Qualität Voraussetzung sind
  • Höherer Planungs- und Genehmigungsaufwand als bei Luft-Wasser-Systemen

Bevor Sie sich für dieses System entscheiden, sollte ein Fachbetrieb die Grundwasserführung an Ihrem Standort prüfen. Ohne ausreichende Ergiebigkeit oder bei ungünstiger Wasserqualität scheidet die Wasser-Wasser-Wärmepumpe in der Praxis häufig aus.

Ein Probebohrung oder zumindest eine Auswertung vorhandener Grundwasserdaten aus Ihrer Region sollte deshalb vor jeder verbindlichen Planung stehen. Auch der laufende Betrieb der beiden Brunnen erfordert etwas mehr Aufmerksamkeit als bei anderen Wärmepumpen-Typen, etwa eine regelmäßige Kontrolle der Filter, damit Sand oder Eisenablagerungen die Anlage nicht beeinträchtigen.

Luft-Luft-Wärmepumpe (Split-Klimagerät)

Luft-Luft-Wärmepumpen, meist als Split-Klimageräte bekannt, entziehen ebenfalls der Außenluft Wärme, geben diese aber direkt über die Raumluft ab, nicht über ein Wasserheizsystem. Dieselben Geräte lassen sich im Sommer häufig auch zum Kühlen nutzen.

Vorteile:

  • Niedrigste Einstiegskosten aller Wärmepumpen-Typen
  • Schnelle Installation ohne Eingriff in bestehende Heizkörper oder Rohrleitungen
  • Zusätzliche Kühlfunktion im Sommer möglich

Nachteile:

  • Keine zentrale Warmwasserbereitung, zusätzliche Lösung nötig
  • Wärmeverteilung raumweise, für ganze Häuser meist ungeeignet als alleinige Heizung
  • Förderfähigkeit nur unter engen Voraussetzungen gegeben

Luft-Luft-Systeme eignen sich vor allem als Ergänzung zu einer bestehenden Heizung oder für einzelne, gut gedämmte Räume und Anbauten. Details zu Technik, Kosten und Einsatzgrenzen finden Sie im Pillar-Artikel zur Luft-Luft-Wärmepumpe. Als Ergänzung zu einer fossilen Bestandsheizung kann außerdem eine Hybridheizung eine Alternative sein, wenn eine vollständige Umstellung kurzfristig nicht möglich ist.

Warmwasser-Wärmepumpe

Reine Warmwasser-Wärmepumpen erzeugen kein Heizwasser für die Raumheizung, sondern ausschließlich warmes Brauchwasser. Sie eignen sich vor allem als Ergänzung, etwa wenn die bestehende Heizung weiterlaufen soll, aber die Warmwasserbereitung effizienter und unabhängiger vom fossilen Wärmeerzeuger organisiert werden soll.

Vorteile:

  • Geringste Investitionskosten unter allen Wärmepumpen-Typen
  • Einfache Nachrüstung ohne Eingriff in die bestehende Heizungsanlage
  • Gut kombinierbar mit einer Photovoltaikanlage zur Nutzung von Eigenstrom

Nachteile:

  • Ersetzt keine Heizungswärmepumpe, deckt nur den Warmwasserbedarf
  • Eigene, meist niedrigere Förderkonditionen als bei Heizungswärmepumpen
  • Effizienz abhängig vom Luftvolumen und der Temperatur des Aufstellraums

Mehr zu Einsatzgebieten und Kosten lesen Sie im Pillar-Artikel zur Warmwasser-Wärmepumpe.

Besonders sinnvoll ist eine Warmwasser-Wärmepumpe, wenn ohnehin eine Photovoltaikanlage vorhanden ist und der sommerliche Solarstrom nicht vollständig selbst verbraucht wird. Statt den Überschuss für wenig Geld einzuspeisen, lässt sich damit der Warmwasserbedarf weitgehend kostenfrei decken, während die bestehende Heizung im Winter unverändert weiterläuft.

Entscheidungsbaum: welcher Typ passt zu Ihrer Situation?

Statt alle Kriterien gleichzeitig abzuwägen, hilft eine schrittweise Eingrenzung anhand weniger Kernfragen.

Frage 1: Steht ausreichend Grundstücksfläche oder eine Genehmigung für Bohrung oder Brunnen zur Verfügung? Wenn ja, kommen Sole-Wasser oder, bei geprüfter Grundwasserführung, Wasser-Wasser als besonders effiziente Optionen infrage. Wenn nein, bleibt für eine vollständige Heizungslösung meist nur Luft-Wasser. Klären Sie diese Frage möglichst früh, da eine spätere Umplanung von Erdwärme auf Luft-Wasser Zeit und Planungskosten kostet.

Frage 2: Wie ist das Budget begrenzt? Bei einem begrenzten Budget für eine vollständige Heizungserneuerung ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe meist der wirtschaftlichere Einstieg, da die Mehrkosten für Bohrung oder Brunnen bei Sole-Wasser und Wasser-Wasser sich nicht in jedem Fall innerhalb der Nutzungsdauer amortisieren. Rechnen Sie dabei nicht nur die Anschaffung, sondern auch die Förderung gegen, da der Effizienzbonus für Erd- oder Wasserwärmequellen einen Teil der Mehrkosten wieder ausgleichen kann.

Frage 3: Handelt es sich um einen Neubau oder ein Bestandsgebäude? Im Neubau mit Fußbodenheizung arbeiten alle Typen effizient, hier entscheidet vor allem das Budget. Im Bestand mit klassischen Heizkörpern ist zusätzlich zu prüfen, ob ein Heizkörpertausch oder eine Sanierung sinnvoll ist, unser Ratgeber zur Wärmepumpe im Altbau geht darauf im Detail ein. Gerade im unsanierten Bestand kann bereits der Austausch weniger großer Heizkörper die notwendige Vorlauftemperatur so weit senken, dass ein Standardsystem effizient arbeitet.

Frage 4: Soll nur der Warmwasserbedarf gedeckt werden, während die bestehende Heizung weiterläuft? Dann ist eine Warmwasser-Wärmepumpe die naheliegende Ergänzung, ohne dass ein vollständiger Heizungstausch nötig wird. Das eignet sich besonders als Übergangslösung, wenn die eigentliche Heizungserneuerung erst in einigen Jahren ansteht, aber schon jetzt Stromkosten für Warmwasser gesenkt werden sollen.

Frage 5: Geht es um die Ergänzung einzelner Räume oder eines Anbaus? Hier kann eine Luft-Luft-Wärmepumpe eine schnelle, kostengünstige Lösung sein, allerdings nicht als Ersatz für eine zentrale Heizungsanlage mit Warmwasserbereitung. Für einen einzelnen Wintergarten, ein ausgebautes Dachgeschoss oder ein Homeoffice im Anbau ist das oft die pragmatischste Wahl, ohne die zentrale Heizungsanlage anzufassen.

Kombinierte Lösungen: mehrere Typen gemeinsam nutzen

In der Praxis schließen sich die vorgestellten Typen nicht immer gegenseitig aus. Eine zentrale Luft-Wasser-Wärmepumpe für die Grundheizlast lässt sich beispielsweise mit einer separaten Warmwasser-Wärmepumpe kombinieren, wenn die Warmwasserbereitung unabhängig von der Heizsaison optimiert werden soll. Auch die Kombination einer bestehenden fossilen Heizung mit einer Luft-Luft-Wärmepumpe als Zusatzheizung für einzelne Räume ist verbreitet, etwa als Zwischenschritt vor einer vollständigen Umstellung. Mehr zu solchen Kombinationslösungen lesen Sie in unserem Beitrag zur Hybridheizung.

Grundsätzliche Informationen zur Funktionsweise aller Wärmepumpen-Typen finden Sie zudem in unserem Wärmepumpen-Ratgeber, Kosten im Detail in unserem Beitrag zu Wärmepumpe Kosten.

15-Jahres-Kosten-Nutzen-Rechnung im Beispiel

Um die langfristigen Unterschiede zwischen den Wärmepumpen-Typen greifbarer zu machen, zeigt die folgende Beispielrechnung ein Einfamilienhaus mit rund 150 Quadratmetern und einem Wärmebedarf von etwa 90 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr, entsprechend einem Baujahr zwischen 1995 und 2009. Es handelt sich um eine vereinfachte Modellrechnung, keine Prognose für Ihr konkretes Gebäude.

KennwertLuft-Wasser-WärmepumpeSole-Wasser-Wärmepumpe
Investition installiertrund 30.000 Eurorund 40.000 Euro
Investition nach 30 % Grundförderungrund 21.000 Eurorund 28.000 Euro
Angenommene JAZ3,54,5
Jährlicher Strombedarf (ca. 13.500 kWh Wärmebedarf)rund 3.860 kWhrund 3.000 kWh
Jährliche Stromkosten bei 0,25 Euro/kWhrund 965 Eurorund 750 Euro
Betriebskosten über 15 Jahre (ohne Preissteigerung)rund 14.500 Eurorund 11.300 Euro
Investition plus Betriebskosten über 15 Jahrerund 35.500 Eurorund 39.300 Euro

In diesem vereinfachten Beispiel liegt die Luft-Wasser-Wärmepumpe über 15 Jahre trotz höherer Betriebskosten insgesamt günstiger, weil die niedrigere Investition den Effizienzvorteil der Sole-Wasser-Wärmepumpe überwiegt. Bei steigenden Strompreisen, einem größeren Effizienzunterschied oder günstigeren Erschließungskosten kann sich das Ergebnis zugunsten der Sole-Wasser-Wärmepumpe verschieben. Lassen Sie sich deshalb für Ihr konkretes Gebäude eine individuelle Vergleichsrechnung von Ihrem Fachbetrieb erstellen.

Wichtig ist außerdem der Wartungsaufwand über die gesamte Nutzungsdauer. Luft-Wasser-Wärmepumpen benötigen meist eine einfache jährliche Prüfung von Kältekreis und Filtern. Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Systeme kommen an der Wärmepumpe selbst mit ähnlichem Aufwand aus, bei Wasser-Wasser-Anlagen kommt aber die Kontrolle der Brunnenanlage hinzu, etwa auf Verockerung oder nachlassende Fördermenge. Kalkulieren Sie diesen zusätzlichen Aufwand mit ein, wenn Sie die Gesamtkosten über 15 Jahre realistisch vergleichen wollen.

Typische Fehlentscheidungen beim Vergleich der Wärmepumpen-Typen

  • Sole-Wasser ohne Prüfung der Erschließungskosten gewählt: Manche Bauherren entscheiden sich für Erdwärme aufgrund der besseren Effizienzwerte, ohne vorher ein konkretes Angebot für Bohrung und Genehmigung einzuholen. Die tatsächlichen Mehrkosten überraschen dann oft und sprengen nicht selten das ursprünglich geplante Budget deutlich.
  • Luft-Luft als alleinige Heizlösung geplant: Ohne separate Warmwasserlösung und zentrale Wärmeverteilung stößt ein reines Split-Klima-System in den meisten Häusern an seine Grenzen, besonders in schlecht gedämmten Bestandsgebäuden mit mehreren Etagen.
  • Warmwasser-Wärmepumpe im zu kleinen Kellerraum aufgestellt: Ohne ausreichendes Luftvolumen oder mit zu kalter Umgebungsluft sinkt die Effizienz spürbar, zusätzlich kühlt der Aufstellraum spürbar aus, was in genutzten Kellerräumen zu Unbehagen führen kann.
  • Wasser-Wasser ohne vorherige Genehmigungsprüfung beauftragt: Wird die wasserrechtliche Erlaubnis erst nach Vertragsschluss beantragt, drohen Verzögerungen oder im schlechtesten Fall eine Ablehnung nach bereits erfolgter Investition in die Planung.
  • Zu klein dimensionierte Luft-Wasser-Wärmepumpe zur Kostenersparnis gewählt: Reicht die Heizleistung an kalten Tagen nicht aus, springt der elektrische Heizstab häufiger ein, was die Stromkosten spürbar erhöht und die vermeintliche Ersparnis wieder aufzehrt.
  • Typ allein nach Empfehlung aus dem Bekanntenkreis gewählt: Was bei Nachbarn oder Verwandten gut funktioniert hat, muss für Ihr Gebäude nicht die richtige Lösung sein. Grundstück, Dämmstandard und Heizkörper unterscheiden sich von Haus zu Haus, eine eigene Heizlastberechnung ersetzt keine fremde Erfahrung.

Wie Sie unabhängig vom gewählten Typ ein belastbares Angebot erkennen und worauf Sie beim Kaufprozess insgesamt achten sollten, lesen Sie in unserem Ratgeber Wärmepumpe kaufen.

Regionale Unterschiede nicht unterschätzen

Neben Grundstück, Budget und Gebäudetyp spielt auch die Region eine Rolle bei der Wahl des passenden Wärmepumpen-Typs. In Gegenden mit vielen kalten Tagen im Jahr arbeiten moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen zwar auch bei Außentemperaturen bis minus 20 oder minus 25 Grad noch zuverlässig, die Effizienz sinkt an solchen Tagen aber spürbar. In diesen Lagen kann der stabilere Effizienzvorteil von Sole-Wasser- oder Wasser-Wasser-Systemen stärker ins Gewicht fallen als in milderen Regionen.

Auch die regionale Verfügbarkeit von Fachbetrieben mit Erfahrung in Bohrtechnik oder Brunnenbau unterscheidet sich von Region zu Region. Bevor Sie sich für ein erdgekoppeltes System entscheiden, lohnt sich die Nachfrage, ob in Ihrer Region ausreichend erfahrene Bohrunternehmen verfügbar sind, da das sowohl Kosten als auch Wartezeiten beeinflusst. Unsere Wärmepumpen-Experten kennen die Gegebenheiten in Ihrer Region und können das direkt einschätzen.

Fazit: welcher Typ passt zu Ihnen?

Für die meisten Bestandsgebäude ohne besondere Grundstücksvoraussetzungen ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe die praktikabelste und wirtschaftlichste Lösung. Wer über ausreichend Fläche, eine Genehmigung und ein höheres Budget verfügt, kann mit Sole-Wasser oder, bei geeigneter Grundwasserführung, mit Wasser-Wasser eine noch effizientere Anlage realisieren. Luft-Luft- und Warmwasser-Systeme sind sinnvolle Ergänzungen für Einzelräume oder die Brauchwasserbereitung, ersetzen aber in der Regel keine vollständige Heizungslösung.

Es gibt keine pauschal beste Wärmepumpen-Art, sondern nur die für Ihr konkretes Gebäude passende Kombination aus Grundstück, Budget, Bausubstanz und Warmwasserbedarf. Wer diese vier Faktoren vor dem ersten Angebot klärt, kann die Auswahl gezielt eingrenzen, statt sich von einzelnen Effizienzwerten oder Verkaufsargumenten leiten zu lassen. Unsere Wärmepumpen-Experten in Ihrer Region prüfen anhand Ihrer Heizlast, Ihres Grundstücks und Ihres Budgets, welcher Typ tatsächlich zu Ihrem Haus passt, finden Sie hier Ihren Ansprechpartner.

FAQ

Häufige Fragen: Wärmepumpen-Typen im Vergleich: welche passt zu Ihrem Haus?

Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen erreichen wegen der stabileren Wärmequelle Erdreich oder Grundwasser meist die höchsten Jahresarbeitszahlen. Luft-Wasser-Wärmepumpen sind dafür deutlich günstiger in der Anschaffung und ohne Bohrung oder Brunnen realisierbar, was sie im Bestand meist zur wirtschaftlicheren Wahl macht.

In den meisten Bestandsgebäuden ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe die praktikabelste Lösung, da sie keine Bohrung oder Erschließung benötigt und mit moderaten Umbauten auch bei bestehenden Heizkörpern funktioniert. Bei ausreichend Grundstücksfläche und höherem Budget kann eine Sole-Wasser-Wärmepumpe die effizientere Alternative sein.

In der Regel nicht empfehlenswert für ein ganzes Haus, da Luft-Luft-Systeme keine Warmwasserbereitung übernehmen und die Wärmeverteilung raumweise erfolgt. Sie eignen sich gut als Ergänzung oder für einzelne, gut gedämmte Räume, seltener als vollständiger Ersatz einer zentralen Heizungsanlage.

Heizungswärmepumpen wie Luft-Wasser, Sole-Wasser und Wasser-Wasser sind grundsätzlich über die KfW-Heizungsförderung förderfähig, mit einem zusätzlichen Effizienzbonus für Erd- oder Wasserwärmequellen. Für reine Warmwasser- oder Luft-Luft-Systeme gelten oft eigene, meist niedrigere Fördervoraussetzungen, prüfen Sie das im Einzelfall vor der Bestellung.

Für Bohrungen bei Sole-Wasser-Wärmepumpen und für Brunnen bei Wasser-Wasser-Wärmepumpen ist in der Regel eine wasserrechtliche Erlaubnis der zuständigen unteren Wasserbehörde notwendig. Der Fachbetrieb oder Bohrunternehmen stellt den Antrag meist im Rahmen der Angebotsplanung.

Das hängt stark vom Einzelfall ab. Sole-Wasser-Wärmepumpen laufen im Betrieb meist günstiger, die höheren Anschaffungskosten durch Bohrung oder Kollektor gleichen sich damit aber nicht in jedem Fall innerhalb von 15 Jahren aus. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist bei niedrigerer Investition häufig die wirtschaftlichere Wahl, sofern kein besonders günstiges Grundstück für die Erschließung vorhanden ist.

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